Piratenpartei Fulda lehnt die Videoüberwachung von Toiletten ab

Eine Reinigungskraft machte die Nutzung von Überwachungskameras im Vorraum von Schultoiletten im Hersfeld-Rotenburg-Kreis publik. An mindestens 5 Schulen findet ein solches Vorgehen gegen Vandalismus statt.

"Das ist ein  dreister Eingriff in die Privatsphäre der Kinder", so der Fuldaer Pirat und Lehrer Andreas Heidenreich. "Es kann nicht sein, dass ein Hausmeister Videomaterial von Schülern und Schülerinnen sichtet, vor allem nicht in solch intimen Bereichen. Sollte dieses Modell Schule machen, so ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis solches Videomaterial zweckentfremdet wird und der nächste Skandal ansteht. Die Grundrechte gelten auch für Schüler und Schülerinnen. Die Reinigungskraft hat bei der Aufdeckung vorbildliche Zivilcourage gezeigt!"
 
Da Videoüberwachung Vandalismus nicht verhindert, sondern ihn bloß dokumentiert, sehen die Piraten den Eingriff in die Privatsphäre der Schüler unverhältnismäßig. 
 
"An dieser Stelle sind die Lehrer gefragt. An einigen Schulen, wie z.B der Oberschule Walle (Bremen) oder der Pestalozzischule Gevelsberg (NRW), wurden sanitäre Anlagen gemeinsam mit den Schülern gestaltet, um eine gewisse Wertschätzung zu erreichen. Hier handelt es sich um pädagogisch professionelle Arbeit", so der Fuldaer Pirat Andreas Lindner, welcher sich momentan in der Ausbildung zum Erzieher befindet. "Eine Kamera verlagert den Vandalismus an einen anderen Ort, falls sie von den Schülern entdeckt wird. So etwas spricht sich schnell herum"
 
Die Piratenpartei Fulda fordert einen sofortigen Rückbau der Überwachungskameras und schlägt vor, die Schülerinnen und Schüler bei der Bekämpfung des Vandalismus auf positive Art einzubinden.